Der Norden: Wüste und Sterne

Der Norden des Landes ist gekennzeichnet von der eindrucksvollen Landschaft der Atacama-Wüste. Diese Region zählt zu den trockensten der Welt, dennoch sind die Temperaturen, abgekühlt durch den Humboldtstrom im Pazifik, recht moderat. Die Durchschnittstemperaturen in Antofagasta liegen zwischen 18° und 23°C im Januar und zwischen 12° und 16°C im Juli. Weiter im Landesinneren sind die Tagestemperaturen erheblich höher, es kann jedoch nachts stark abkühlen.

Die Anden haben im Norden die größte Ausdehnung und bilden viele große Plateaus. Dort ist auch der Ojos del Salado zu finden, der mit 6.880 m der höchste Berg Chiles ist.

Die Regionen Tarápaca und Arica-Parinacota

Wichtige Städte im äußersten Norden Chiles sind Arica und Iquique. Arica ist die nördlichste Stadt Chiles. Von Arica führt eine gut ausgebaute Straße (Ruta 11) nach La Paz, der Hauptstadt Boliviens. Direkt an der Ruta 11 in Höhe der Ortschaft Putre befindet sich der Nationalpark Lauca in einer Höhe von 3.000 bis 6.300 Metern. Hier ist auch der höchstgelegene Vulkansee der Welt „Lago Chungará“ zu finden. Einer der wichtigsten Häfen Chiles befindet sich in dem von Arica südlich gelegenen Iquique, das in Chile nicht nur aufgrund seiner Freihandelszone so beliebt ist. Die ganzjährlich moderaten Temperaturen machen Iquique auch für Chilenen zum beliebten Ferienziel.

Die Atacamawüste - bizarre Landschaften und intensive Farben 

Die Atacama Wüste ist reich an Bodenschätzen, wie Kupfer und Salpeter. In der Nähe des Ortes Calama befindet sich die Kupfermine „Chuquicamata“, der größte Kupfertagebau der Welt. Während der Salpeterexport seit der Erfindung des Kunstdüngers in den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts keine Rolle mehr für die chilenische Wirtschaft spielt, ist Kupfer das wichtigste Exportgut Chiles.

Außer den Kakteen ist in der Atacama-Wüste kaum Vegetation zu finden. Gerade diese Kargheit und die bizarren Landschaftsformen bieten dem Reisenden unzählige lohnende Reiseziele.

Den besten Ausgangspunkt für eine Erkundung der Wüstenlandschaft bietet die Oase „San Pedro de Atacama“. Eine gute Infrastruktur und zahlreiche Unterbringungsmöglichkeiten, zum größten Teil allein aus Lehmziegeln erbaut, zeichnen den kleinen Wüstenort aus. Neben vielen Sehenswürdigkeiten, die sich direkt vor Ort befinden, wie z.B. die Kathedrale an der Plaza und das archäologische Museum, bieten in „San Pedro de Atacama“ ansässige Tourveranstalter ein vielfältiges Angebot an Tagesausflügen, die individuell zusammengestellt werden können.

Eine Tour in das „Tal des Mondes“ (Valle de la Luna), bietet am Ende eines Tages vom Rücken einer riesigen Sanddüne einen einmaligen Panoramablick über die Wüstenlandschaft der Atacama, welche bei Sonnenuntergang in die unterschiedlichsten Farbtöne getaucht wird.

 

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Ebenso werden Fahrten zu den auf 4.300 Metern gelegenen Tatio-Geysiren angeboten. Schon früh am Morgen beginnt die Tour zu dem von San Pedro de Atacama ungefähr 100 Kilometer entfernten Geysirfeld, welches als das höchstgelegene der Welt gilt. Die Aktivität der Geysire erreicht bei Sonnenaufgang ihren Höhepunkt. Riesige Wasserfontänen schießen aus dem Boden und ein Bad in einem von Geysiren beheizten natürlichen Wasserbecken lädt zum Schwimmen ein, auch wenn die Lufttemperatur nur knapp über Null liegt. Die Rückfahrt durch die Landschaft des chilenischen Nordens ist ähnlich reizvoll, denn mit etwas Glück trifft man auf Lamaherden, die neben der Straße grasen oder Flamingos.

Die Heimat des Piscos - Valle de Elqui und La Serena

Je weiter man sich den Landschaften Zentralchiles nähert, desto fruchtbarer wird das Land. Am südlichsten Ende der Atacama nicht weit von La Serena gelegen, befindet sich das Tal „Rio Elqui“. Diesem sollte man auf dem Weg Richtung Süden unbedingt einen Besuch abstatten. Alle Vegetation, die man hier findet ist menschlicher Arbeit zu verdanken. Denn die Trauben, die für die Herstellung des Piscos, dem chilenischen Nationalgetränk, verwendet werden, können, ebenso wie die hier wachsenden Papayas und Avocados, nur gedeihen, wenn der Boden ausreichend bewässert wird. So bietet sich dem Besucher ein skurriler Anblick: erdige Bergriesen mit steinigen Gipfeln, an deren steilen Hängen aber dennoch fruchtbare Plantagen grünen.

Elqui-Tal

Die zahlreichen in La Serena ansässigen Reiseagenturen bieten neben Ausflügen ins „Valle del Elqui“ Trips zu den unterschiedlichsten Zielen an. Bei den entsprechenden Wetterbedingungen ist eine Bootstour zu der „Isla de Damas“ zu empfehlen. Diese befindet sich inmitten des Naturreservats „Pingüino de Humboldt“. Hier tummeln sich neben Pinguinen, Seelöwen und Pelikanen sogar Delfine.

Doch auch La Serena selbst, die zweitälteste Stadt Chiles, bietet neben dem für die Stadt charakteristischen Leuchtturm (Faro) zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Der kilometerlange Sandstrand lädt zum Sonnen und Baden ein und ist im Januar und Februar ein beliebter Urlaubsort für die chilenischen Familien. La Serena verfügt aufgrund der hier an die Küste heranreichenden Meeresströmung des Humboldtstroms über ein besonderes Mikroklima. Während es morgens an der Küste kühl und wolkenverhangen ist, liegt das Tal wenige Kilometer landeinwärts in gleißendem Sonnenschein, der dann später auch die Küste erreicht, wenn die Wolkendecke aufreißt. Der Humboldtstrom sorgt auch für kühle Wassertemperaturen, die im übrigen die ganze chilenische Küste kennzeichnen.

Der klarste Himmel der Welt - Sternenbeobachtung in Nordchile

Die klare und staubfreie Luft und die menschenleeren Landschaften Nordchiles haben führende astronomische Forschungseinrichtungen dazu geführt, hier Observatorien zu errichten. Diese sind im allgemeinen nur für Forscher zugänglich, es gibt jedoch auch für Reisende, die Möglichkeit einen Blick ins Weltall zu tun, da inzwischen auch Observatorien für Besucher eingerichtet wurden und entsprechende Exkursionen angeboten werden. Selbst mit bloßem Auge ist ein Blick in den Sternenhimmel vor dem sich die Silhouette der Sechstausender abzeichnet beeindruckend.

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