Trekking und Bergsteigen

Fast jeder Besucher in Chile bekommt früher oder später Lust, die Schönheiten der Landschaften zu Fuß zu entdecken. Es gibt in Chile unzählige Wanderwege, die allen Ansprüchen vom Sonntagsspaziergang bis zur professionellen, mehrtägigen Trekkingtour gerecht werden. Es gibt eine Vielzahl von Anbietern sowohl in Deutschland als auch in Chile, die Wandertouren in ihre Programme einbinden. Vor Ort werden von vielen Agenturen kürzere Wanderungen als Tagesausflüge angeboten, oder bilden einen Programmpunkt einer Exkursion.

Für Wanderungen auf eigene Faust, sind Kompass und Karten, aber auch Aufmerksamkeit und Orientierungssinn sehr wichtig, da viele gerade in abgelegenen Gebieten nicht ausgeschildert sind. In den Nationalparks sind die meisten kürzeren Strecken, in Torres del Paine auch längere Routen gut beschildert. Hilfreich sind Karten, in den die unterschiedlichen Wanderwege und Zeltplätze gekennzeichnet sind. Solche Wanderkarten erhält man in der Regel von den Parkrangern am Eingang eines jeden Nationalparks, bzw. können in den touristischen Zentren der jeweiligen Regionen erworben werden.

Klima und Höhe

Einige Bedingungen in Chile unterscheiden sich von den bekannten Wandergebieten in Europa. Vor allem die große Höhe kann für Europäer sehr ungewohnt sein, einige Nationalparks und bekannte Ausflugsziele liegen auf Höhen von 4000-5000 Metern, z.B. die Tatio-Geysire oder Hochlandlagunen in der Atacama-Wüste oder der Lauca-Nationalpark ganz im Norden Chiles. Nehmen Sie erste Anzeichen von Höhenkrankheit wie Übelkeit, Sonnenstich, Unterkühlung bzw. Hitzeschlag ernst. Auch kann es früh morgens in diesen hochgelegenen Gebieten noch sehr kalt sein, bei Sonnenaufgang können die Temperatur unter 0° Grad liegen, um wenige Stunden später auf 20-30 Grad anzusteigen.

Im Süden Chiles sind die Wandergebiete nicht ganz so hoch gelegen. Als besondere Attraktion gibt es hier die Möglichkeit Vulkane zu besteigen, diese geführten Exkursionen werden  z.B. zum Villarrica oder Osorno angeboten. Für diese Wanderungen benötigt man eine professionelle Ausrüstung (Helm, Steigeisen etc.) die von den Agenturen ausgeliehen wird.

Organisation von Trekkingtouren

Auch wenn den Bürgern Chiles per Gesetz der Zugang zu Stränden, Flüssen und Seen zugesichert wird, gilt dies nicht in den Bergen außerhalb der Nationalparks. Daher ist es wichtig, Landbesitzer vorher zu fragen, vor allem, wenn Sie mit dem Auto fahren oder auf dem Grundstück campen möchten.

Im Andengebiet gestaltet sich die Anreise zu den Trekkingstrecken oft schwieriger als der eigentliche Hike, da weite Teile der Bergwelt nur selten von öffentlichen Transportmitteln angefahren werden. Unerfahrenen Trekkingfreunden wird geraten, die Nationalparks zu besuchen oder eine organisierte Tour mit Führer zu machen.

Da es unzählige Trekkingmöglichkeiten in ganz Chile gibt, konnten wir Ihnen hier nur eine kleinen Einblick in die chilenische Trekkingwelt geben. In Deutschland gibt es großes Angebot an Trekkingreisen nach Chile für unterschiedliche Ansprüche. Direkte Links zu verschiedenen Veranstaltern finden Sie auf unserer Liste: Reiseveranstalter Deutschland

In Chile werden von lokalen Agenturen verschiedene Touren angeboten, Links zu entsprechenden Agenturen findet man auf den Webseiten der Reiseziele. Der Verband CataChile www.catachile.cl ist ein Zusammenschluss verschiedener Veranstalter mit Angeboten für Outdoortourismus – Turismo de Aventura. Die angeschlossenen Unternehmen findet man auf der Seite unter „Empresas Asociaciadas“. Nützliche Informationen für Trekking in Chile auch auf der Webseite www.trekkingchile.com.

Weitere Veranstalter sind z.B. www.chilemontana.com, eine Bergführer-Agentur, die seit 1984 Expeditionen und Touren anbietet.

Ausrüstung

Für Tagestrips reicht im Allgemeinen die Grundausrüstung wie gute Schuhe, Essen, Wasser und, je nach Region, Regenschutz. Schützen Sie Ihren Kopf und empfindliche Haut vor der extremen Sonneneinstrahlung.

Für mehrtägige Touren benötigen Sie Zelt und Campingausrüstung, die in den meisten touristischen Gegenden wie San Pedro de Atacama und Puerto Natales geliehen werden kann. In der Seenregion empfiehlt es sich das Gepäck gegen den vermehrten Niederschlag zu schützen.

Outdoorausrüster in Chile

Andesgear  www.andesgear.cl
La Cumbre  www.lacumbreonline.cl
Patagonia  www.patagonia.com
Dako www.dakosports.cl 

Organisierte Trekkingtouren werden in allen Teilen Chiles angeboten. Diese Touren werden von einem Führer begleitet und meist gehören Annehmlichkeiten wie Lastenpferde und Unterkunft in Häusern dazu.

Im folgenden Teil geben wir ein paar Tipps, Adressen von Anbietern und Routenvorschläge in den verschiedenen Regionen Chiles basierend auf Informationen des Reiseführers. Diese Auszüge geben allerdings keinesfalls die Vielfalt des chilenischen Trekkingangebots wieder. Die Anschaffung von Trekkingführern ist zu empfehlen, Tipps dazu auf der Literaturliste.

Nordchile

Im Norden Chiles werden Trekkingtouren zu einem kulturellen Erlebnis. Das Inkareich reicht bis in das heutige Chile. Die alten Wege der präkolumbianischen Kultur sind noch erhalten und führen an archäologischen Stätten der Inka entlang.

In den Hochebenen ist die Orientierung recht einfach, da das Gelände karg und übersichtlich ist. In den Tälern, Gebirgen und Canyons um Salar de Atacama wird die Navigation schwieriger.

Nationalpark Lauca

Zwischen 4-6 Stunden dauert die Tour von Parinacota zum Cerro Guane Guane auf 5.096 m. Die Höhe ist eine Herausforderung, da Sie aber schon an die Höhe von Parinacota von 4.450 m gewöhnt sind, ist diese Route recht einfach. Gehen Sie links, um den Blick über den Park zu genießen.

Als mehrtägige Tour empfiehlt sich die Besteigung der Vulkane Parinacota (6.330 m), Pomerape (6.240 m) und Guallatire (6.060 m). Die drei Gipfel bilden die zweit-größte Konzentration von 6.000ern im Land. Parinacota und Pomerape werden zusammen auch Payachatas genannt. Sie kann man von einem Camp aus in eintägigen Touren erklimmen. Für diese Tour benötigt man eine Genehmigung die bei der Direccion de Fronteras y Limites (www.difrol.cl) erhältlich ist.

 Weitere Touren in Nordchile auf den Webseiten von San Pedro Atacama

Zentralchile

In Zentralchile gibt es alle Arten von Routen, angefangen mit Nachmittagsausflügen von Santiago in die Berge oder an die Küste, schöne dreitägige Touren bis hin zu Wochentouren durch die Anden bis nach Argentinien.

In der Nähe von Santiago befindet sich der höchste Teil der chilenischen Anden. Hier findet man heiße Quellen, Gletscher und die schönsten Berggipfel. In dieser Region Chiles kann man das ganze Jahr über Trekking machen. In den Bergen ist es im Winter zwar wegen des Schnees schwieriger, aber nicht unmöglich. Die schönste Zeit ist allerdings der Frühling zwischen Oktober und Januar, wenn die Schneeschmelze einsetzt und das Land blüht.

Denken Sie auch beim Trekking in dieser Region immer an ausreichend Wasser und Sonnenschutz.

Weitere Anregungen für Trekkingtouren in Zentralchile findet man auf der Webseite www.trekkingchile.com und im Adventure Handbook Central Chile. (Literaturliste)

Tourenanbieter:

Altué Expediciones www.altue.com

Andes Trek www.andestrek.cl

Cascada Expeditions www.cascada.travel 

Latitud 90 www.latitud90.com

Der Süden Chiles

Auch wenn Sie nur einen einzigen Tag in Südchile sind, sollten Sie ihn zum Trekking nutzen. Dies ist die einfachste und beste Möglichkeit, die Schönheiten der südchilenischen Wälder kennen zu lernen. Beachten Sie das verhältnismäßig feuchte Klima in diesem Teil des Landes und schützen Sie ihr Gepäck vor Regen und Feuchtigkeit.

Auch hier gilt: Beschilderte Routen gibt es in den Nationalparks, außerhalb sind vor allem längere Routen schlecht gekennzeichnet.

Anbieter:

Multi Tour www.mountainservice.cl

Suizandina Lodge www.suizandina.com

Vulkantouren in Südchile

Folgende Anbieter bieten unter anderem die Besteigung des Vulkans Villarrica an:

Trancura, Pucón, Chile www.trancura.com

Politur, Pucón, Chile www.politur.com

Patagonien

Beim Trekking in Patagonien ist der Nationalpark Torres del Paine ein absolutes Muss. Hier können Sie sich von den schönsten Landschaften und Bergformationen beeindrucken lassen. Der hohe Bekanntheitsgrad des Parks bringt hohe Besucherzahlen mit sich. Dementsprechend empfiehlt sich der Besuch im November/Dezember oder März /April. Für Hüttenübernachtungen oder Unterkunft in den Lodges die im Torres de Paine Nationalpark liegen, empfiehlt vor allem in der Hauptreisezeit Vorausbuchung.

Trekking - Gute Ausrüstung ist Pflicht
 
Das Klima in Patagonien kann sehr wechselhaft sein, daher ist eine gute Ausrüstung sehr wichtig.

Nationalpark Torres del Paine

Im Nationalpark Torres del Paine kann man problemlos 2 Wochen lang wandern ohne den selben Weg zu gehen. Die Unterkünfte reichen von Campingplätzen bis zu schicken Residenzen. Zahlreiche Anbieter haben auch Ausflüge zu Pferd
im Programm.

Das „W“

Diese 4-5 tägige Tour verdankt ihren Namen der W- Form, die Sie die Südseite des Paine Massivs hochführt. Sie gehört zu den beliebtesten Touren im Park.

Die Torres del Paine Rundtour

Für diese Strecke rechnet man 7 bis 10 Tage. Dieser klassische Paine-Trek führt an der Rückseite des Massivs in die offene Wildnis zwischen den Torres und dem südpatagonischen Eisfeld. Diese Route startet normalerweise von Laguna Amarga und führt zum Lago Dickson. Weiter geht es über den Río de los Perros zum gleichnamigen Campingplatz. Das ist die letzte Übernachtungsmöglichkeit vor dem Aufstieg zum John Gardner Pass. Dieser Pass ist der höchste auf dieser Rundroute und wir bitten Sie, auf das Wetter zu achten. Der Pass liegt ca. 4 h vom Camping Los Perros entfernt und bietet einen wunderschönen Blick über den Grey Gletscher. Der Weg führt nun steil bergab in den über dem Gletscher liegenden Wald zum Campamento Paso. Von hier sind es noch 5–6 h Fußweg zum Refugio Grey. Der letzte Tag ist ein 3-4 h langer Marsch zum Refugio Pehoé, dem Ende des Rundgangs.

Trekking

Natürlich reduzieren sich die Trekkingmöglichkeiten in Patagonien nicht nur auf den Nationalpark Torres del Paine.

Weitere Informationen zum Thema Trekking in Chile:

Deutscher Andenverein Chile www.dav.cl

www.andeshandbook.org

Genehmigung für Expeditionen

Für Berge, die in den Grenzregionen Chiles liegen, ist eine Genehmigung für das Bergsteigen erforderlich. Eine Liste der Berge für deren Besteigung eine Genehmigung beantragt werden muss, befindet sich auf der Seite der „Dirección de Limites y Fronteras“ (Behörde für Grenzschutz innerhalb des Aussenministerums) unter www.difrol.cl „cumbres fronterizos". Ausführliche Informationen zur Beantragung der Genehmigung direkt auf der Webseite dieser Behörde unter www.difrol.cl unter „Autorizacion de Expediciones“ (auch in englischer Sprache)

Der Antrag muss folgende Informationen enthalten:

· Die Namen der Personen, die an der Expedition teilnehme
· Reisepassnummer und Ausstellungsort und Land
· Adresse der reisenden Personen mit e-mail- Adressen
· Ausrüstung und Erfahrungsniveau der Bergsteiger
· Route der Expedition, ggf. mit Karte (bei längeren Touren)
· Abreisedatum
· Zeitplan der Reise mit Datum der einzelnen Aktivitäten 
· Kontaktinformation für Notfälle (Angehörige)

Das Formular für die Beantragung befindet sich auf der Webseite www.difrol.cl - "Autorización de Expediciones" am Ende des Textes

Antragsdauer: Difrol empfiehlt den Antrag mindestens 20 Tage vor der Einreise nach Chile zu stellen. Die Bearbeitung des Antrages ist kostenlos.

Weitere Informationen über die Erteilung der Genehmigung und den Ablauf vor Ort erhalten Sie auf der Webseite.

www.difrol.cl: Dirección de Fronteras y Límites (DIFROL): Genehmigung für Bergbesteigungen in Grenzgebieten(nur für Ausländer)

www.carabineros.cl: Carabineros de Chile (Polizei): Weginformationen, Grenzformalitäten in abgelegenen Gebieten, Rettung

www.conaf.cl: Corporación Nacional Forestal (CONAF): Nationalparkverwaltung